Was brauchen Kinder, um sich geliebt zu fühlen?

 
Foto: Britta Weimann

Britta Weimann, Vorsitzende der AsF

 

Eine Antwort der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Landkreis Harburg auf die erschreckenden Aussagen des Winsener Liste-Ratsmitglieds Wilfried Rieck

 

Liest man die Ausführungen des Ratsherren der Winsener Liste, Wilfried Rieck, im Winsener Anzeiger vom 10. Juli 2018, entsteht der Eindruck, dass vor allem Väter ihre Prioritäten falsch setzen. Denn seit Jahren arbeiten Väter gleich nach der Geburt ihrer Kinder sofort weiter und nehmen selbst seit Einführung des Erziehungsgeldes für Eltern oft nur zwei Erziehungsmonate. Laut Herrn Rieck können nur die eigenen Eltern eine adäquate Betreuung der Kleinkinder gewährleisten. „Leiden deshalb Kinder seit Jahren unter der Berufstätigkeit ihrer Väter“? fragt sich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (ASF/SPD) im Landkreis Harburg.

In seinen Aussagen lässt Herr Rieck leider völlig außer Acht, dass viele Eltern wirtschaftlich darauf angewiesen sind, dass beide Partner Geld verdienen. Und dass eine längere Pause im Arbeitsleben die Entwicklungsmöglichkeiten im gewählten Beruf meist stark einschränken. Auch der beleidigende Vorwurf, das zweite Einkommen diene einzig der Finanzierung des Zweitwagens oder ausgedehnter Urlaubsreisen, ist so nicht haltbar. Die finanzielle Grundabsicherung stellt viele Familien vor eine große Herausforderung. Ständig steigende Lebenshaltungskosten oder die Ungewissheit durch immer wieder befristete Arbeitsverträge tragen ebenso zu Verunsicherung bei wie auch die Sorge um die spätere Rente. Wollen Mütter und Väter nicht jetzt und in Zukunft auf Beihilfe angewiesen sein, müssen sie versuchen, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Die Vorstandsmitglieder der ASF, selbst größtenteils berufstätige Mütter mit wohlgeratenen Kindern, sind sich sicher: Nicht die Berufstätigkeit der Eltern hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes, sondern die Unzufriedenheit der Eltern bei fehlender Entscheidungsfreiheit. Niemand ist ein besseres oder schlechteres Elternteil, weil sie oder er sich dazu entscheidet, zu arbeiten oder zuhause zu bleiben. Deshalb müssen im Landkreis Harburg endlich genügend Krippen-, Kita- und Hortplätze angeboten werden, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.

Schon lange beklagen wir in Deutschland die sinkende Geburtenzahl. Parallel dazu droht bereits jetzt ein alarmierender Fachkräftemangel. Andererseits gibt es in unserem Land viele hervorragend ausgebildete Frauen, die jedoch aufgrund fehlender Betreuungsangebote nicht arbeiten. Deshalb müssen wir Politiker*Innen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Frauen und Männer guten Gewissens eine Familie gründen können ohne dafür den Beruf aufzugeben.

Die ASF im Landkreis Harburg setzt darauf, die Sorgen und Wünsche der Eltern anzuhören und aus dem Dialog heraus nach Lösungen zu suchen. Dafür ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfragen und anschließend zielgruppengerechte Angebote vorzulegen. Wir lehnen es ab, Eltern pauschalisierende Vorwürfe zu machen und ihnen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Steine in den Weg zu legen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (ASF) im Landkreis Harburg ist erreichbar unter: ASF/SPD Landkreis Harburg, Steinbecker Str. 24, 21244 Buchholz.

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